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06
Nov

Schmerzen festhalten, um sie los zu werden

Schmerzen existieren seit Anbeginn der Menschheit. Ist es darum nicht A?berraschend, dass die Schmerzmedizin erst in den letzten Jahrzehnten A?berhaupt Teil der Lehre und Forschung wurde und nur langsam ihren angemessenen Stellenwert erhielt? Erst seit Kurzem werden chronische Schmerzen nicht mehr bloss als mA?hselige Begleiterscheinung angesehen, sondern als eine eigenstAi??ndige und ernstzunehmende Krankheit. Erst in diesem Zusammenhang ist auch die bedeutungsvolle Diskussion A?ber die Art und Weise der Schmerzbefragung und die Kommunikation zwischen Patient und medizinischer Fachperson entstanden: Wie viel Verantwortung erhAi??lt der Patient in der Schmerztherapie? Inwieweit wird er in Entscheidungen mit einbezogen? Inwieweit lAi??sst man ihn zu Worte kommen? So stellt diese neue Schmerzmedizin den Patienten mit seinen BedA?rfnissen in den Mittelpunkt und empfiehlt einen individuellen Umgang mit jeder Leidensgeschichte.

Im Rahmen dieses neuen Denkens wurden auch SchmerztagebA?cher eingefA?hrt und gar als SchlA?sselelement des Schmerzmanagements gesehen: Der Patient beobachtet sich selbst, sein Umfeld und seinen Schmerz A?ber lAi??ngere Zeit. Dadurch kAi??nnen RegelmAi??ssigkeiten aufgedeckt und ZusammenhAi??nge erkannt werden. Dies hilft dem Patienten, seinen Schmerz besser kennenzulernen und ein klareres oder neues Bild davon zu bekommen. Zudem kAi??nnen mit dem Tagebuch die Schmerzen einem Arzt oder Therapeuten einfacher und anschaulicher erklAi??rt werden, was wiederum positive Auswirkungen auf die Diagnostik und Therapie hat.

Solche SchmerztagebA?cher wurden bis anhin auf Papier gefA?hrt. Erst vor Kurzem sind im Rahmen einer allgemeinen Digitalisierung der medizinischen Welt elektronische SchmerztagebA?cher entstanden. Dabei zeigen Studien verschiedene A?berzeugende Argumente, die fA?r den Gebrauch solcher elektronischer SchmerztagebA?cher sprechen, um nicht zu sagen, ihn fast zwingend machen: Die elektronischen TagebA?cher seien angenehm in der Handhabung, sparen Zeit und deshalb fA?hren sie die Patienten auch konsequenter. Die Daten kAi??nnen einfacher gesammelt, geteilt und ausgewertet werden, wodurch der medizinische Alltag und die Forschung profitieren. Patienten, die ein elektronisches Schmerztagebuch gefA?hrt und mit ihrem Arzt geteilt haben, berichteten erfreulicherweise vermehrt, dass durch den Einblick in das Tagebuch die Behandlung angepasst und verbessert werden konnte. Aber am wichtigsten ist die Erkenntnis, dass dank dem Gebrauch eines elektronischen Schmerztagebuches die Zufriedenheit der Patienten steigt. Dies hAi??ngt wohl eng damit zusammen, dass laut Studien eine regelmAi??ssige Schmerzbefragung den Umgang mit den eigenen Schmerzen verbessert.

Aber nicht nur Studien zeichnen ein solch optimistisches Bild. Auch mehrere CatchMyPain Benutzer berichten von sehr positiven Erfahrungen: Das Tagebuch trage viel zum VerstAi??ndnis der Schmerzen bei und der Schmerz-Graph verschaffe einen guten A?berblick und zeige die Wirkung von Behandlungen direkt und klar. Besonders geschAi??tzt wird die MAi??glichkeit, die Schmerzen direkt auf einem KAi??rpermodell einzeichnen zu kAi??nnen. Viele berichten, dass ihre Ai??rzte und Therapeuten begeistert waren, als sie ihnen ihr Tagebuch zeigten. Und diese EinschAi??tzung bestAi??tigt sich auch in den Reaktionen, die wir direkt von Ai??rzten und Therapeuten bekommen haben: CatchMyPain sei vielversprechend, denn damit kAi??nnen die Schmerzen der Patienten tatsAi??chlich einfacher eingesehen und der Erfolg einer Behandlung besser beobachtet, sowie entsprechend angepasst werden.

Haben Sie Ihr Schmerztagebuch eigentlich schon mit Ihrem Arzt oder Therapeuten besprochen? Oder haben Sie es vielleicht ihrer Familie oder anderen Leidensgenossen gezeigt? Geteiltes Leid ist halbes Leid, sagt man. Stimmt doch, oder?

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Hilft es Ihnen, das Schmerztagebuch zu fA?hren? Was haben Sie dadurch A?ber sich und Ihre Schmerzen gelernt? Was hat ihr Arzt dadurch A?ber Ihr Schmerzproblem gelernt? FA?hlen Sie sich ernst genommen mit Ihren Schmerzen? Wir freuen uns A?ber RA?ckmeldungen an teilen@catchmypain.com und werden versuchen, CatchMyPain fortlaufend zu verbessern.

Dies sind die genannten Studien A?ber die Auswirkung von elektronischen SchmerztagebA?chern (auf Englisch):

Marceau, L.D. et al. (2007): Electronic Diaries as a Tool to Improve Pain Management: Is There Any Evidence? in Pain Medicine 8 (S3), pp.101-109. American Academy of Pain Medicine: Boston, Massachusetts, USA.

Gaertner, J. et al. (2004): Electronic Pain Diary; a Randomised Crossover Study in Journal of Pain and Symptom Management 28 (6), p.6. University of Cologne and University of Aachen: Germany.
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