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24
Sep

Betroffene erzählen #2: Beharrlichkeit muss sein!

Barbara hat einen weiteren tollen Artikel für Sie geschrieben. Dieses Mal spricht sie über die Bedeutung von Bewegung und die dazu benötigte Beharrlichkeit. Ihren Körper zu trainieren ist sicherlich sehr wichtig, aber Sie müssen sicherstellen, dass Sie die richtigen Übungen fachgemäss ausführen. Sprechen Sie deshalb mit Ihrem Arzt oder Therapeuten, bevor Sie mit einer neuen Übung beginnen.

Neben Ihrer persönlichen Einstellung (siehe mein vorheriger Artikel) ist nicht zuletzt auch Ihre Beharrlichkeit eine wichtige Komponente im Umgang mit chronischen Schmerzen. Ich, für meinen Teil, weiss dies aus erster Hand. Ich unterzog mich einer Chemotherapie und Bestrahlung wegen Brustkrebs, aber wegen der überwältigenden Realität beim Umgang mit Krebs und all den dazugehörenden Beschwerden, die ich während der Behandlung ertragen musste, verfiel ich einer “Selbstmitleid-Mentalität”. Ich hörte auf, Dinge zu tun… Ich hörte schlichtweg auf, all das zu tun, was körperliche Anstrengung erfordert. Als die neun Monate Behandlung vorüber waren, hatte meine Ausdauer einen absoluten Tiefpunkt erreicht. Kurz darauf begann ich, an Neuropathie zu leiden. “Na toll”, sagte ich mir, “wie kann ich nun trainieren und meine Ausdauer wieder aufbauen mit diesen Schmerzen im Fuss?”

Meine Schmerzen sind nicht annähernd so schlimm wie bei anderen. Solange ich die breitesten Crocs-Pantoffeln trage, kann ich einigermassen gehen, auch wenn es unheimlich anstrengend ist. Doch ich habe festgestellt, dass wenn ich konsequent bleibe und trotzdem gelegentlich laufe, dann schlafe ich besser und fühle mich allgemein wohler. Selbstverständlich ist die richtige Einstellung dabei absolut notwendig. Ich weiss doch, wie ich auf Bewegung reagiere, schon nur bei einfachem alltäglichen Gehen und deshalb muss ich einfach eine positive Einstellung bewahren, denn nur so kann ich durchhalten. Ich muss nicht meine ganze übliche Strecke gehen. Auch wenn ich nur einen Teil davon bewältige, dann ist das schon eine Leistung.

Wie klein die Trainingseinheit auch sein mag, unterschätzen Sie sie nicht. Sie können sich nicht mit jemandem vergleichen, dem es gesundheitlich gut geht. Betrachten Sie es von Ihrer eigenen Perspektive aus! Vielleicht können Sie sitzend auf einem Stuhl trainieren? Und wenn dem so ist, tun Sie es, und zwar so gut, wie Sie können. Machen Sie Ihr eigenes Programm und führen Sie es so oft durch, wie Sie können. Klar, Sie haben Tage, da ist Ihr Körper oder Ihr Geist völlig überwältigt; dann seien Sie sich selbst nicht böse, dass es heute nicht geht. Gönnen Sie Ihrem Geist und Ihrem Körper eine Pause, so, dass Sie am nächsten Tag wieder mit neuem Elan anfangen können. Vielleicht ist auch schlichtweg Trainieren und anstrengende physische Bewegung nicht Ihr Ding. Vielleicht wären stattdessen Massagen oder Dehnübungen für Sie mögliche Alternativen.

Sie sagen, Sie seien nicht in der Lage, in irgendeiner Form zu trainieren? Erfinden Sie eine Übung und fragen Sie Ihren Arzt oder Therapeuten. Definieren Sie ein Ziel und tun Sie, was Sie können, um dieses zu erreichen. Setzen Sie Ihre Kreativität ein und lassen Sie ihr freien Lauf. Hinter all dem versteckt sich nämlich Ihre Einstellung. Schlussendlich kommt es darauf an, wie Sie sich selbst, Ihre Situation und Ihr Leben allgemein sehen, und das ist es, was Ihnen ermöglichen wird “einen Fuss vor den anderen zu setzen”, buchstäblich oder im übertragenen Sinne.

Wie Winston Churchill einst sagte: “If you are going through hell, keep going.” – “Wenn Sie durch die Hölle gehen, gehen Sie einfach weiter.”

Hier ist ein Link zu weiteren Zitaten (auf Englisch) über Beharrlichkeit. Es gibt einige grosse Namen und wichtige Menschen, die viel zu diesem Thema zu sagen haben. Hoffentlich wird eines dieser Zitate Sie berühren und Ihnen helfen, in schwierigen Zeiten weiterzumachen. Ich meinerseits werde mein Bestes tun, um dran zu bleiben, damit ich sagen kann, dass ich mehr getan habe als nur diese Worte für Sie zu schreiben. Ich werde auf mich selber hören und das, was ich hier geschrieben habe, verwirklichen.

Barbara Zarrella, Florida, USA
(Frei übersetzt aus dem Englischen)

Wir hoffen, dass Ihnen dieser Beitrag gefallen hat und Ihnen vielleicht sogar weiterhilft. Möchten Sie persönliche Erfahrungen mit anderen Betroffenen teilen oder kennen Sie besonders gute Artikel über chronische Schmerzen? Schicken Sie uns doch entsprechende Texte oder Links an teilen@catchmypain.com

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